Flussgeschichten

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  • Beitrag veröffentlicht:22. Mai 2020
  • Beitrags-Kategorie:Isarwalk

1.4.2020 Meine Isarerzählung ist viel länger, nur nicht niedergeschrieben – bisher. Ich möchte den Fluss entlang gehen und habe das angefangen als das noch möglich war. Vor Kurzem erst, an zwei Tagen, bin ich jeweils zwischen 16 und 20 Kilometern in Richtung Ursprung, also Süden gegangen, von der Stadt aus. Zur Zeit, da ich täglich am immer gleichen Flussabschnitt unterwegs bin, entdecke ich neue Ansichten und Geräuschkulissen eben hier. Ich vermisse meinen Karlsruher Garten, das Werden und Vergehen der Pflanzen dort, die Arbeit damit, die oft genug von angenehmer Gedankenlosigkeit (im wahrsten Sinne des Wortes) begleitet war, den Gang durchs Grüne zu meinem Stück Land. Damit hatte ich gerechnet, als ich beschloss nach München zu gehen und hatte mir zugleich ein neues Bild gemacht, von dem, was ich in Zukunft stattdessen tun würde. Ich würde mich anders mit dem Draußen beschäftigen – Gehen, Wandern. Zurück zur (fotografischen) Beobachtung, zum Sammeln und Erweitern meiner Naturschätzekiste und zum Schaffen schöner Bild- und womöglich Textwelten. Ein zarter Start ist das gerade. Deine Idee, ein Ufer-Buch zu machen, finde ich toll. Heißt das, Du brauchst dafür die echten, auf den Fotos abgebildeten Gegenstände, die ich Dir also per Post schicke? Habe ich das richtig verstanden? Ufer-Buch ist aber auch eine tolle Bezeichnung für die Begleitung meiner Gänge am Fluss über die Zeit? Was denkst Du?

Flussgeschichten: Zum 60sten meiner Mutter vor vielen Jahren erzählte ich die Lebensgeschichte meiner Mutter anhand und entlang der Flüsse, an denen sie bis dato gelebt hatte. Damals kam heraus, dass sie genau 30 Jahre südlich und 30 Jahre nördlich der mitteleuropäischen Wasserscheide gelebt hatte, welch’ lustiger Zufall. Nun da sie fast 80 ist, hat sich dieses Verhältnis verändert.